Die richtige Kleidung und weitere Tipps für die Wüste

Unsere Beiträge zu Wüstencamps in der marokkanischen Sahara sowie weitere Tipps dazu findet ihr in diesem Beitrag.

Zieht es euch auch in die Wüste? Kein Wunder – die Weite und Ruhe, die faszinierenden Farbkontraste und nicht zuletzt die klaren Nächte unter dem funkelnden Firmament sind etwas ganz Besonderes. Zum Glück kann man sich heute recht einfach selbst einen Eindruck von der Wüste verschaffen und eine oder mehrere Nächte in einem Wüstencamp verbringen.

Wir fragten uns allerdings: Was sollte man in der Wüste tragen, um weder Hitzeschock noch Sonnenbrand zu erleiden? Das, und was ihr sonst noch so auf euren Trip mitnehmen solltet, könnt ihr hier nachlesen!

Die richtige Kleidung in der Wüste

Wenn ihr nur für eine Nacht in die Wüste geht, könnt ihr tragen, was ihr wollt – da bekommt ihr ja die Sonne nicht wirklich ab (aber denkt an einen warmen Pulli für nachts!). Interessant wird die Frage nach der Wüstenkleidung, wenn ihr wenigstens zwei Nächte und damit einen vollen Tag draußen in der Wüste verbringt.

Die Berber müssen’s wissen!

Die Wüste ist ein Ort der Extreme. Es ist heiß, es ist trocken, es ist sandig und bekanntlich tut die UV-Strahlung der Sonne auch nicht so gut. Da ist es eine gute Idee, sich Wissen von denjenigen abschauen, die mehr wissen als wir selbst. Das sind in unserem Fall die Berber, die ihr Leben am Rande der Wüste oder auch darin verbrachten – und das seit Generationen. 

Zuerst fällt dabei auf: Lasst die kurze Hose und das Spaghetti-Top zu Hause. Einheimische tragen so gut wie immer lange Kleidung, um sich gegen die Sonne zu schützen. Weder Arme noch Beine sind dabei frei.

Kamelführer gibt seinem Dromedar Brot
So oder so ähnlich laufen die Kamelführer und viele weitere Einheimische herum

Und die nächste Auffälligkeit, die mindestens genauso wichtig ist: Ein ordentlicher Kopfschutz! Bei den Berbern sind das die bekannten Turbane, die aus langen Tüchern um den Kopf gewunden werden und dabei auch Nacken und Gesicht schützen können.

Natürlich braucht ihr nicht in einem knöchellangen Kaftan in die Wüste gehen, dafür gibt es Alternativen. Dann kommen wir jetzt mal zur Sache und zeigen euch, welche Kleidung sich bei uns bewährt hat – und welche nicht.

Schutz für Kopf und Gesicht

Eines ist klar: Ohne Kopfschutz geht es nicht – und irgendeine Mütze ist besser als gar nichts. Ohne richtige Kopfbedeckung ist ein Sonnenbrand im Gesicht vorprogrammiert und ihr lauft Gefahr, einen Hitzschlag zu erleiden. Allerdings gibt es hier auch Kopfbedeckungen, die sich besser eignen als andere.



Pierre hat seine Basecap gleich zu Hause gelassen, weil sie völlig ungeeignet ist, um Nacken, Ohren, Nase, Gesicht und Hals zu schützen. 



Pierre mit CowboyhutIn Merzouga hatte Pierre zuerst seinen Leder-Cowboyhut dabei, was aber auch nicht optimal ist. Der Schatten der Krempe reicht nicht aus, um ausreichend Schutz vor Sonne und Flugsand zu bieten, und ein halbwegs eng sitzender Hut kann auch durchaus unangenehm zu tragen sein, Stichwort “Schweißband”.



Auch seinen Shemagh hatte Pierre im Wüstengepäck. Der ist allerdings zu klein, um einen richtigen Turban zu wickeln, so dass nur der etwas martialistische “Palästinenser-Look” möglich ist. Und der muss in Afrika nun wirklich nicht sein.

Debbie und Pierre mit Turbanen in Zagora
Debbie und Pierre mit Turbanen in Zagora


Das einzige, was wirklich sinnvoll zu tragen ist und auch wirklich alle Partien des Kopfes schützen kann, ist der zu einem Turban gebundene Berberschal. Den sieht man eigentlich ständig bei den Einheimischen. Und zwar auch bei denen, die nicht als Touristenführer arbeiten. Wir haben unzählige Männer gesehen, die draußen arbeiteten und dabei den Berberturban (richtig: Tagelmust) trugen. 

Er ist luftig und leicht, dabei einfach zu binden und sehr vielseitig. Eine Videoanleitung, wie’s geht, gibts weiter unten 😀 Damit kannst du deinen Nacken und Hals genauso schützen wie ggf. auch dein Gesicht bis auf die Augen. Und zwar auch gegen Wind (und damit oft Sand). 

Wir waren zuerst unsicher, ob wir so einen Turban tragen dürfen/können, denn es kam uns vor, wie uns mit fremden Federn zu schmücken.

Aber: So ein Turban ist wirklich richtig praktisch für die Wüste. Wenn es darauf hinausläuft, dass ein Turban die meisten Vorteile bietet, dann kann den jeder nutzen, ohne sich schämen zu müssen. Das haben wir dann auch gemacht, und es hat auch kein Einheimischer irgendwie deswegen protestiert. Deswegen: Mut zum Turban!

Pierre mit einem geliehenen Bergerschal von unserem Guide Said - professionell aus Berberhand gewickelt!
Pierre mit einem geliehenen Bergerschal von unserem Guide Said – professionell aus Berberhand gewickelt!

Bei Frauen ist der Berberturban nicht üblich. Auf dem Land tragen die allermeisten Frauen sowieso ihr übliches Kopftuch. Das sah Debbie aber zu religiös aus und sie wickelte sich daher auch lieber einen Turban. Der ist weniger religiöses Symbol, sondern eher traditionelles und praktisches Kleidungsstück. Unter Touristinnen sieht man den Turban auch öfter.

Debbie mit Turban ... nach einem langen Tag mit viel Sand in den Augen
Debbie mit Turban … nach einem langen Tag mit viel Sand in den Augen

So einen Berberschal bekommst du in Marokko an jeder Ecke für kleines Geld. Du solltest nur darauf achten, dass er mindestens zwei Meter lang ist, damit du ihn gut um den Kopf wickeln kannst. Bei den Einheimischen ist er oft sogar doppelt so lang oder noch länger.

Kleidung für den Oberkörper

Um Sonnenbrand zu vermeiden, sollte es immer etwas Langärmeliges sein. Gleichzeitig bedeutet zu dick eingepackt aber eben auch, dass man ordentlich schwitzt.

In der Wüste herrscht zwar eine trockene Hitze, so dass Schweiß schneller trocknet und man sich dann nicht so verschwitzt fühlt wie bei uns an schwülen Sommertagen. Aber während man schwitzt, ist es natürlich trotzdem nicht angenehm – deswegen ist die passende Kleidung wichtig, um sich wohlzufühlen.

Ihr müsst auch bedenken, dass ihr in den meisten Camps vermutlich keine Duschgelegenheit habt und außerdem höchstwahrscheinlich auch eine Menge Sand und Staub abbekommt. Das ist in der Wüste unvermeidlich und ergibt sich einfach schon durch einen leichten Wind. Debbies Tipp an dieser Stelle: Ärgert euch nicht über den Sand am Körper, daran kann man sowieso nichts ändern 😀 Mit der richtigen Kleidung fühlt ihr euch trotzdem wohl.

Wir empfehlen euch für den Oberkörper grundsätzlich zwei Kleidungsschichten: Ein T-Shirt oder ärmelloses Top für unten drunter und ein lockeres, langärmeliges Hemd oben drüber. Das hat gegenüber einem einzigen leichten langärmligen Teil auch den Vorteil, dass ihr das Hemd im Schatten einfach ablegen könnt.

Pierre und Debbie beim ersten Kontakt mit der Sandwüste bei Merzouga
Pierre und Debbie beim ersten Kontakt mit der Sandwüste bei Merzouga

Erste Schicht: Merinowolle!

Das T-Shirt fängt den Schweiß auf und gibt ihn im Idealfall nach außen ab, wo er dann trocknet. Dafür eignet sich hervorragend ein Shirt aus Merinowolle. Ja, echte Schafwolle in der Wüste! Vielleicht habt ihr schon gehört, dass Merinowolle als absolutes Wundermaterial gilt. Und das können wir auch bestätigen.

Kleidung aus Merinowolle ist leicht, kratzt nicht, knittert kaum und fühlt sich auch nicht so schnell klamm an – Merinofasern können einem Drittel ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne, dass man ihnen das anmerkt. Und mit das Beste ist: An den Fasern können sich geruchsbildende Bakterien nur sehr schwer festsetzen. Das heißt im Klartext: Merino müffelt nicht so schnell. Einfach über Nacht auslüften lassen, das reicht oft schon. Daher ist Merinowolle ideal für alles, bei dem man sich körperlich betätigt und nicht jeden Tag ein neues Teil anziehen kann/will. Also auch für die Wüste.

Gerade für die Wüste ist insbesondere auch noch interessant zu wissen, dass Merinowolle temperaturregulierende Eigenschaften hat: Sie kühlt euch, wenn es warm ist und wärmt, wenn es kalt ist. Beides kommt im Tagesverlauf in der Wüste vor – denn bekanntlich wird es nachts in der Wüste kalt 😀

Informationen zu Merinowolle bei Bergfreunde.de

Weitere ausführliche Infos über die Vorteile von Merinowolle findet ihr bei bergfreunde.de (Provisionslink, Info dazu).

Auf Wanderungen, an heißen Tagen und natürlich auch in der Wüste Marokkos hat sich Merinowolle so gut bewährt, dass wir dafür keine anderen Shirts mehr nutzen.

Debbie bei Sonnenuntergang in der Wüste
Debbie bei Sonnenuntergang in der Wüste bei M’hamid – mit Merino-Shirt

Ihr findet eine reiche Auswahl an Merino-Oberteilen beispielsweise in der Merino-Section von bergfreunde.de (Provisionslink). Bergfreunde hat auch immer wieder interessante Rabattaktionen für Merinowolle laufen.

Zweite Schicht: Langärmliges Hemd gegen die Sonne

Damit seid ihr direkt am Oberkörper schon versorgt. Trotzdem braucht ihr noch was oben drüber, um eure Arme vor der schädlichen UV-Strahlung der Sonne zu schützen. Dafür eignet sich ein locker sitzendes, dünnes Hemd oder eine weite Bluse sehr gut.

Das Material ist da nicht so wichtig, da es ja nicht direkt auf der Haut sitzt (Arme klammern wir mal aus :D). Wichtig ist aber, dass das Material sehr eng gewebt ist, damit keine Sonne durchkommt. Manche Anbieter geben den UV-Schutzfaktor (UPF-Wert) sogar in der Produktbeschreibung an.

Pierre hat sich für die Wüste ein Hemd von Mammut (hier auf Bergzeit mit mehr Infos oder Amazon, Provisionslinks) mit UPF 40 (laut Herstellerangaben) besorgt, mit dem er sehr zufrieden war. Debbie hatte ein normales, dunkelblaues Baumwollhemd dabei und bekam auch keinen Sonnenbrand.

Weit sollte das Hemd sein, weil ein sich im Wind bauschendes und flatterndes Hemd für zusätzliche Kühlung sorgt. Hautenge Kleidung ist eben nichts für die Wüste!

Übrigens: Dunkle Textilien lassen bei gleicher Materialstärke weniger Strahlung durch als helle – das seht ihr auch an hellen und dunklen Gardinen. Ob das aber wirklich am Ende viel ausmacht? Hauptsache, ihr schützt euch mit dicht gewebtem Stoff.

Mit der Sonnenbrille sieht das wirklich blöd aus... Debbie mit Turban, Merino-Shirt und Hemd
Mit der Sonnenbrille sieht das wirklich blöd aus… Debbie mit Turban, Merino-Shirt und Hemd

Tipp: Wenn du mittags z.B. mit einem Dromedar unterwegs bist, solltest du ggf. auch deine Hände gegen die Sonne schützen. Wir wollten uns allerdings nicht mit Handschuhen in die Wüste begeben. Am Ende hat es völlig ausgereicht, ein weiteres Tuch über die Hände zu legen 😀

Dritte Schicht: Nachts wird es kalt in der Wüste

Und für den Abend? Da darf es dann auch schon ein wenig dicker werden. Da in der Wüste die Temperatur nach Sonnenuntergang deutlich fällt, solltest du stets einen warmen Pullover im Gepäck haben. Wie kalt es nachts wird, ändert sich natürlich im Jahresverlauf. Informiere dich vorher, mit welchen Temperaturen du zu tun bekommst!

Wir waren Anfang September in der Sahara Marokkos und haben auch zwei Nächte auf einer Wolldecke in den Dünen geschlafen. Zum Zudecken hatten wir noch eine weitere Wolldecke, sonst wäre es etwas kalt geworden. Wir hatten kein Thermometer, aber die Temperaturen dürften noch so um die 15° C betragen haben.

Tipp: Eine Kapuze ist wirklich zu empfehlen, wenn ihr draußen schlafen wollt, weil es an den Ohren sonst kalt werden könnte!

Debbie hatte dazu über ihrem Merino-Shirt noch diesen kuscheligen Hoodie (Provisionslink) aus Bio-Baumwolle und recycletem Polyester. Pierre trug nachts eine Kapuzen-Jackenpulli (Provisionslink). Dabei war ihm wichtig, dass als Material überwiegend Baumwolle zum Einsatz kam.

Die richtige Hose

Oben langärmlig, und unten sowieso. Bei Einheimischen sieht man kurze Hosen außer bei Kindern so gut wie nie, und das hat schon seinen Grund. Falls du auch noch einige Zeit auf einem Dromedar sitzt, läufst du damit auch nicht Gefahr, dass irgendein Riemen an deinen Beinen scheuert. Deswegen: lange Hosen sind Pflicht!

Und die sollten möglichst leicht und luftig sein, denn in schweren Hosen aus dickem Stoff staut sich die Hitze. Aber auch nicht so leicht, dass Sonnenstrahlen durch das Material kommen – das Material muss dicht gewebt sein 😉 Zum Glück gibt es im Outdoorbereich eine gute Auswahl.

Das sagt Debbie

Debbie kaufte sich schon einige Zeit im Vorfeld im Hinblick auf unsere Wüstenaufenthalte eine leichte Reisehose. Die Craghoppers Nosilife (hier auf Bergzeit mit mehr Infos oder Amazon, Provisionslinks ) wiegt gerade einmal 260 g, bietet aber laut Herstellerangaben durch den dicht gewebten Stretch-Stoff einen UPF-Wert von 50+.

Debbie und ein paar Tamarisken in den Dünen von Zagora
Debbie und ein paar Tamarisken in den Dünen von Zagora

Die Hose trocknet sehr schnell (Thema Schweiß, aber auch Kurzwäsche nach dem Wüstenaufenthalt ^^), sitzt perfekt, schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein und hat sich für mich sowohl in der Wüste als auch bei Wanderungen in heimischen Gefilden sehr gut bewährt.

Normalerweise trage ich bei heißem Wetter gern sehr weite, leichte Haremshosen. Die Craghoppers-Hose ist aber durch ihr geringes Gewicht und ihre elastische Anpassungsfähigkeit für die Wüste mit Sicherheit die bessere Wahl!

Als Reisehose ist sie interessant, weil sie eine RFID-Sicherheitstasche für Kreditkarten am Bein hat, die sich mit Reißverschluss und Minikarabinerhaken auch sicher verschließen lässt.

Debbie völlig versandet vom Flugsand bei mittelmäßigem Wind
Debbie völlig versandet vom Flugsand bei mittelmäßigem Wind

Das sagt Pierre

Pierre hat in der Wüste die Senhor Cabral von ViaVesto (hier auf Bergzeit mit mehr Infos oder Amazon, Provisionslinks) getragen und ist vollauf begeistert. Er gehört normalerweise zu der Kurze-Hosen-ab-April-sonst-schwitze-ich-Fraktion und konnte sich zunächst nicht vorstellen, bei Hitze eine lange Hose anzuziehen. Die neue Hose konnte ihn aber umstimmen.

Pierre beim Teertrinken
Auch Pierres Hose ist sehr elastisch, wie man sieht ^^ In der Zagora-Wüste

Im Vergleich zu meinen bei kühleren Temperaturen gern getragenen normalen Cargohosen mit ihren vielen Taschen fühlt es sich bei ViaVesto so leicht an, als ob du gar nichts trägst. Gerade bei Wanderungen in heißen Gebieten/ zu heißen Jahreszeiten ist das ein richtiger Vorteil!

Sie bietet darüber hinaus einen UPF von 50, macht einen robusten Eindruck und trocknet selbst bei kurzer Wäsche schnell wieder. Auch der Schnitt und die Passform sind für mich perfekt.

Sehr gut gefällt mir auch, dass sie über genügend Seitentaschen sowie eine Geheimtasche verfügt, um wichtigere Sachen schnell und sicher verstauen zu können.

Pierre ebenfalls versandet mit seiner leichten Hose und einem Merino-Shirt
Pierre ebenfalls versandet mit seiner leichten Hose und einem Merino-Shirt

Schuhe in der Wüste

Schuhe sind in der Wüste ein ambivalentes Thema. Die Kamelführer tragen keine geschlossenen Schuhe, sondern nur Sandalen. Hier gehen wir auf Nummer sicher und tendieren doch lieber zu robusten Schuhen.



Wir haben auch bei Touristen Schlappen und Flipflops gesehen, aber gerade auf dem Kamel hätte ich keine Lust darauf, weil man die ganze Zeit aufpassen muss, dass sie nicht von den Füßen rutschen. Von der Sonnenbrandgefahr mal abgesehen.

Es spricht nichts dagegen, auch mal barfuß durch den Sand zu laufen. Das sollte sowieso jeder mal machen, weil der Sand einfach so angenehm fluffig ist ^^ Aber die Schuhe solltest du dabei haben. Der Sand kann tagsüber sehr heiß und unangenehm werden – und Debbie hätte auch immer ein bisschen Angst, nicht doch mal auf eine eingegrabene Schlange zu treten. Wir haben keine Schlangen gesehen und auch nicht gehört, dass es damit Probleme gibt, aber unser Guide Hasan zeigte uns einmal die Spur einer Schlange auf den Dünen. Also…. ^^

Zu bedenken ist dabei außerdem, dass im Umfeld des Camps auch vereinzelt spitze Gegenstände herumliegen könnten. Vielleicht mal ein Glassplitter, irgendwelche alten Plastikteile, oder wer weiß was. Dazu jede Menge getrocknete Kamelkacke.

Mit festen Schuhen ist man also auf jeden Fall in jeder Hinsicht auf der sicheren Seite – und man kann sie ja auch jederzeit mal ausziehen.

Bei Schuhen müsst ihr allerdings damit rechnen, dass die von oben bis unten und von innen und außen absolut versanden und verstauben werden. Nehmt also nicht eure guten Büroschuhe! Ansonsten müssen es aber nicht wirklich spezielle Schuhe sein. Die Profiltiefe ist im lockeren Sand beim Hochlaufen auf die Dünen völlig egal, einen guten Halt könnt ihr dabei sowieso vergessen ^^

Pierre in voller Montur mit geliehenem Berberturban
Pierre in voller Montur mit geliehenem Berberturban (Merzouga-Wüste)

Ob Trekkingschuhe oder überknöchelhohe Wanderstiefel besser sind, darüber kann man sich streiten. Pierre trug seine Stiefel (mit Merinosocken), Debbie ihre Trekkingschuhe. Ein abschließendes Urteil können wir nicht bieten – jeder war mit seiner Wahl zufrieden. Und wie gesagt: Der Sand ist sowieso überall 😀

Weiteres Equipment und Tipps für den Wüstentrip

Für euren Ausflug in ein Wüsten-Bivouac nehmt ihr nur das mit, was ihr für diese Zeit braucht. Euren großen Koffer/Rucksack lasst ihr im Wagen bzw. Hotel. Eure Wertsachen solltet ihr allerdings bei euch haben!

Denkt an euren Berberschal, der schützt wirklich gegen Sand!
Denkt an euren Berberschal, der schützt wirklich gegen Sand! Debbie nach einem Tag in Wind und Sand

Ansonsten braucht ihr noch Zahnbürste, Zahnpasta und ein kleines Handtuch. Auch Sonnenmilch sollte nicht fehlen. Des Weiteren solltet ihr auch Taschentücher und ggf. feuchte Tücher mitnehmen. Ihr wisst nie, wann die Toiletten alle mal ausfallen oder es kein Wasser mehr gibt.

Optional: Debbie hatte neben ihrem Rucksack auch noch eine mittelgroße Umhängetasche (diese: Provisionslink) dabei, die sie immer bei sich hatte. Das ist hilfreich, weil ihr dann nicht immer den Tagesrucksack tragen müsst, um die Wertsachen dabei zu haben. Auch die kompakte Kamera und ein Mini-Stativ (dieses: Provisionslink) für nächtliche Sternenhimmelaufnahmen passen da rein. Ich (Debbie) kann so eine Umhängetasche wirklich sehr empfehlen, auch auf dem Dromedar ist dann alles griffbereit!

Strom und Wasser

Für nachts ist eine Taschenlampe ziemlich hilfreich – wir haben uns hier auf unsere Handy-Taschenlampen verlassen. Ohne Mond oder bei bewölktem Himmel wird es so dunkel, dass ihr abseits der Campbeleuchtung wirklich nichts seht.

Wir hatten die Handys im Flugmodus, so dass es keine Probleme mit der Akkuladung gab. Ihr könnt euch nicht darauf verlassen, dass ihr im Camp Strom habt. Das Camp in Merzouga wurde mit kleinen Solarpanels versorgt, für die Geräte der Touristen reichte das aber nicht. In Zagora konnte man sein Handy anschließen.

Debbie in voller Montur vor einem Tagesausflug in die Wüste
Debbie in voller Montur vor einem Tagesausflug in die Wüste

Trinkwasser könnte ggf. auch ein Thema sein. Bei unserem Trip in Merzouga war Wasser im Camp reichlich vorhanden – da hatten wir eher zuviel dabei. In Zagora allerdings gab es kein Wasser, jeder musste selbst genug mitnehmen. Allerdings war es auch kein Problem, einfach ein paar Flaschen in die großen Taschen des Dromedars zu werfen, es war also nicht nötig, das ganze Wasser in einen Tagesrucksack zu stopfen.

Am besten erkundigt ihr euch rechtzeitig vor eurem Trip, wie es in eurem Camp mit Wasser aussieht.

Optional: Pierre ist großer Freund von Trinkblasen, also einem Wasserreservoir im Rucksack, aus dem ihr jederzeit, auch im Laufen, mit einem über die Schulter geführten und dort befestigten Schlauch trinken könnt. Das hat klare Vorteile, weil ihr zum Trinken nicht den Rucksack absetzen und Flaschen rausfummeln müsst. Wenn bspw. auf dem Kamel der große Durst kommt, wird es mit dem Trinken aus der Flasche schwierig.

Seine Trinkblase hat Pierre schon seit Jahren fest im Rucksack integriert und er fand sie auch in der Wüste sehr praktisch (Achtung: Schützt das empfindliche Material unbedingt vor Sand!)

Vorsicht mit dem Fotoapparat – der Sand ist überall!

Ein letzter Hinweis noch zum Fotoapparat: Debbie hat die Wüste unterschätzt und nicht an einen Staubschutz gedacht. Schon vor unserem Aufbruch in die Wüste hatte sich erster Sand im filigranen Objektivverschluss festgesetzt, der dann nicht mehr richtig schloss. Nach dem Wüstentrip war der Fotoapparat so versandet, dass es beim Betätigen der mechanischen Teile herzzerreißend knirschte und der Fotoapparat professionell gereinigt werden musste. Auch hinter dem festen Objektiv hatte sich Staub angesammelt.

Ich habe aber auch den Fehler gemacht und die Kamera ohne ihre eigene Kamerahülle immer nur in die Umhängetasche geworfen – „wird schon nichts passieren, wir sind ja nicht im Krieg“ – und dort hat sich natürlich Sand angesammelt. Tipp: Lagert die Kamera auf jeden Fall sicher in ihrer Hülle und nicht wegen schnell-schnell hüllenlos nur in irgendeiner anderen Tasche. Holt sie nur raus, wenn ihr sie braucht, und packt sie danach wieder weg. Der feine Flugsand in der Wüste ist nicht zu unterschätzen!

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