GPS-Bearbeitung mit Geo Tracker & Google Maps

Routentracking ist heutzutage für outdoor-Freudige kein Fremdwort mehr. Oftmals können das sogar Smart Watches. Der Vorteil liegt glasklar auf der Hand: Du weißt nach deinem Trip, wo du genau gewesen bist. Und wie lange du gebraucht hast. Und welche Steigungen es gab. Eine getrackte Route dokumentiert also genau deine Aktivitäten im Freien. Prädikat: Muss man haben! 😀 Und sowas kostet: Gar nichts – wenn du ein Smartphone hast.

In diesem Beitrag stelle ich die Android-App Geo Tracker vor und zeige, was genau du damit alles machen kannst.

Für mich zum Beispiel war das beim Schreiben meiner Masterarbeit über historische Straßen sehr nützlich. Dafür ging ich öfter mal ins Gelände und hielt nach alten Wegen Ausschau. Um hinterher genau nachzuvollziehen, ist ein Routentracker notwendig, der die gelaufene Route mit GPS aufzeichnet.

Geo Tracker Logo

Habe Pierre mit meinen Altwegen angesteckt und für eine Wege-Suche wollten wir eine bestimmte Route über einen Berg abzulaufen. Dafür lud ich mir im Google PlayStore die App Geo Tracker – GPS Tracker runter, in der Hoffnung, dass die App am Ende den gegangenen Weg aufzeichnet. Und das tat sie auch ganz hervorragend!

Was kann Geo Tracker?

Eine fertig getrackte Strecke auf der Terrain Map
Fertig getrackte Strecke

Grob gesagt: Die App speichert zurückgelegte Strecken und erlaubt den Export der Daten auf den Rechner, wo man sie dann weiter verwerten kann. Das ganze geht auch umgekehrt.

Öffnet man die App, sieht man zuerst mal die Karte. Sie basiert auf Google Maps. Unter den drei Pünktchen oben rechts (Optionen) kann man auswählen, welchen Map Type man möchte. Ich habe gleich Terrain genommen, weil man sich mit eingezeichneten Höhen besser im Gelände orientieren kann. Alternativ gibt es noch die normale Straßenkarte und Satellitenansicht.

Aufzeichnen und Marker setzen

Um das Tracken zu starten, tippt man einfach auf den großen roten Knopf – ab dann läuft die Aufzeichnung. Gespeichert wird nicht nur die zurückgelegte Strecke, sondern auch die Aufnahmedauer und die Höhe, die man überwindet.

Natürlich sollte GPS eingeschaltet sein, und der offline-Modus ist auch nicht sehr hilfreich, da das Handy mit Netz besser geortet werden kann. Es klappt nicht auf den Zentimeter genau, und auch einen Meter wird die App nicht gut erkennen, aber so auf drei Meter genau passt es schon. Das ist genau genug, um den Weg zuzuordnen, lässt aber irgendwelches auf der Stelle Treten und über Bäche Springen raus.

Eine richtig geniale Funktion ist das Setzen von Markern (ganz oben in der Mitte dieses tropfenförmige Ding). Wenn man irgendwas Interessantes in der Landschaft sieht,

  1. tippt man auf den Marker,
  2. gibt ihm einen Namen,
  3. und der Ort wird zusammen mit den Koordinaten und Höhe gespeichert (oben im Screenshot die runten Punkte auf der Strecke).
Das Statistikfenster von Geo Tracker
Statistiken der zurückgelegten Strecke

Ist zum Beispiel hilfreich, um hinterher Fotos besser der Strecke zuordnen zu können. Wenn man das über Google Maps macht, werden Fotos sowieso in Markern gespeichert, also immer fein Marker setzen, besser zu viele als zu wenige 😀

Marker kann man auch setzen, bevor man ins Gelände aufbricht. So kann man unterwegs in der App sowohl seine bisherige Route, die aktuelle Position und Wegmarken sehen, zu denen man möchte. Dazu tappst du so lange auf den gewünschten Punkt in der Karte, bis Koordinaten erscheinen. Auf die tippst du drauf und wählst dann „Marker setzen“. Nachdem du dem Marker nun einen Namen gegeben hast, ist er sichtbar.

Hinweis: Sobald du die Routenaufzeichnung startest, bekommst du eine leere Karte ohne Marker. Dazu musst du im Menü oben links zusätzlich zur aktuellen Route noch die Karte auswählen, in der du zuvor den Punkt gesetzt hast. Dann werden alle Punkte und Routen beider Inhalte auf einer Karte angezeigt.

Statistiken und Routen einblenden

Geo Tracker-Übersicht: Mehrere Routen
Mehrere Routen / Layer anzeigen

Hier ein Teil der Statistiken unserer Tour heute. Hier sieht man,

  • wie weit man gelaufen ist
  • wie lange man unterwegs war  (bzw. wie lange aufgezeichnet wurde)
  • wie schnell man gelaufen ist
  • wie viele Höhenmeter man überwunden hat
  • wo man auf welcher Höhe unterwegs war

Per Klick auf das Geo Tracker-Symbol oben links kann man – sofern vorhanden – mehrere Routen auf der Karte einblenden lassen. Zum Beispiel, wenn..

  • man die Route schon früher mal gegangen ist
  • man  schon im Voraus am Rechner einen Routenplan erstellt und den dann in die App importiert. Dann kann man so die geplante Route anzeigen lassen, während man sie dann abläuft. So sieht man immer, ob man auf dem geplanten Weg bleibt

So einfach ist wandern heutzutage.. 😀

Lidar to go

Eine außerdem sehr interessante Software ist planlauf/TERRAIN, ein Programm, das Lidar-Daten anzeigt und damit Bodenrelikte sichtbar macht. Die Software läuft sowohl auf dem Windows-PC als auch auf Windows-Tablets und kann GPS-Routen importieren und auch getrackte Routen exportieren.

Kompatibilität mit Google Maps

Auf dem kleinen Handydisplay kann man ja normalerweise nicht so viel mit einer fertigen Route anfangen. Ich habe daher gleich geschaut, wie man die Daten exportiert – und das geht wirklich einfach. Die getrackten Daten kann man als GPX- oder KML-Datei exportieren. Diese Datenformate sind gängige Formate zum Speichern von GPS-Daten und können von vielen weiteren Programmen, z.B. Google Maps, verwendet werden.

Google Maps ist ein leistungsfähiger online-Kartenservice. Dort könnt ihr die aufgezeichneten Daten importieren, die Karte mit anderen teilen, Fotos zur Route hinzufügen und mehr. Umgekehrt könnt ihr auch in Google Maps Routen erstellen, zB. eure geplante Wanderung. Diese könnt ihr exportieren und aufs Handy laden.

Export der GPS-Daten aus Geo Tracker und Import in Google Maps

Unter dem drei-Pünktchen-Optionen-Button oben rechts wählt man einfach „Export all to SD Card“ aus. Man hat dann die Wahl zwischen GPX- oder KML-Dateiformat. GPX ist allgemein ziemlich gängig, während KML vor allem von Google genutzt wird (aber Google kann auch mit GPX umgehen). Ich habe GPX genommen. Die App bestätigt dann den Export und meldet, wo sie die Datei gespeichert hat. Die könnt ihr dann auf den Rechner übertragen (zB. mit AirDroid).

Google Maps: Import der GPX/KML-Daten aus Geo Tracker
Hier auf importieren klicken, ggf. zuvor eine neue Ebene erstellen

Am einfachsten kann man sich die GPX-Datei nun in Google Maps anschauen. Dazu braucht ihr allerdings einen Google-Account. Ihr geht auf Googles MyMaps, erstellt eine neue Karte oder öffnet eine bereits vorhandene eigene Karte.

Über den Importieren-Link könnt ihr nun die GPX-Datei einfügen. Ihr erhaltet die Route dann sofort mit allen gespeicherten Markern in Google Maps, dh. komplett zoombar in allen verfügbaren Kartenarten. Ein Traum, und so genial einfach und einfach genial!

An den Markern könnt ihr dann noch dort aufgenommene Fotos hinterlegen. Am Ende könnt ihr die Karte dann noch mit anderen teilen oder in eine Webseite einbetten.. Wenn man das will ^^

Tadaa, übertragene Route in Google Maps

Export von Routen aus Google Maps und Import in Geo Tracker

Der Import in Geo Tracker funktioniert ganz ähnlich. Wenn ihr in Google Maps eine Route erstellt habt, exportiert ihr sie als KML-Datei:

KML-Daten aus Google Maps exportieren
Export aus Google Maps

Die KMLDatei kopiert ihr nun auf dem Handy in den Ordner, in den Geo Tracker seine Export-Datei auch gespeichert hat (nur diesmal Unterordner „kml“).

In GeoTracker importiert ihr die KML nun genau wie oben bei Export, und schon ist die Route für unterwegs auf dem Handy.

Ich bin so begeistert! Ab jetzt nie wieder ohne Geo Tracker vor die Tür! Hinweis zur Nutzung mit der GIS-SoftwareQGIS: Warum auch immer funktioniert bei mir der Weg „Export aus QGIS als GPX, Import in GeoTracker“ nicht, es geht nur als KML..)

Fazit zu Geo Tracker

Vorteile der App

Die App ist toll für alle, die ihr Smartphone zur Aufzeichnung von GPS-Tracks nutzen möchten. Einfach Aufnahme starten und Handy wegstecken – Geo Tracker zeichnet auch auf, wenn der Bildschirm aus ist. Das Handy muss zum Aufzeichnen der Route auch nicht online sein. Das heißt, man kann Funkverbindungen ausschalten und nur GPS anmachen, um Akku zu sparen.

Das Setzen von Markern, um irgendeinen bestimmten Punkt auf der Route zu markieren, funktioniert kinderleicht und alle wichtigen Daten (Koordinaten, Höhe, Uhrzeit) speichert die App gleich mit.

Per GPX/KML-Export kann man die Routen später auslesen und weiter verwenden, auch die aufgezeichneten Statistiken zu zurückgelegter Geschwindigkeit, Höhenmetern usw. sind sehr interessant.

Nachteil von Geo Tracker und Alternative

Auch wenn ich gesagt habe, dass die Aufzeichnung auch offline problemlos möglich ist, ist die App dennoch nicht uneingeschränkt offline-tauglich. Leider fehlt die Möglichkeit, Karten im voraus herunterzuladen, abzuspeichern und offline zu nutzen.

Das heißt: Ohne Internetverbindung zeichnet die App zwar auf, ermöglicht aber keine Orientierung, da die Karten offline nicht heruntergeladen werden können.

Hier kann die alternative, ebenfalls kostenlose App MyTrails weiterhelfen. Sie kann nicht nur Offline-Karten nutzen, sondern bietet überhaupt viel mehr verschiedene Karten an. Darunter auch Open Street Maps – und die sind viel genauer als Google Maps, fast jeder kleine Fußpfad eingezeichnet ist. Dafür sind die Statistiken von Geo Tracker besser. Jede Medaille hat eben zwei Seiten 😀

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10 Comments

    1. Ravana

      Hallo Hater, für meine Deutsch-Sprachkenntnisse brauche ich mich ziemlich sicher nicht zu schämen. Gelegentlich abgewandelte Begriffe aus anderen Sprachen – explorare, lat. für erkunden, erforschen, auskundschaften – nach eigenem Gutdünken einzustreuen, steht jedem als Stilmittel auf dem eigenen Blog frei 😉 Latein ist im Studium der mittelalterlichen Geschichte nicht unüblich. Hauptsache, gleich wie angestochen zornig einen (ziemlich blöden) Kommentar schreiben.. Jedem das Seine!

      1. hannepampel

        Na, da hab ich ja einen Volltreffer gelandet. Und doch, sehr wohl solltest Du Dich schämen, da Du ja kein Deutsch benutzt. Tut es denn so furchtbar weh, erkunden statt EXPLOREN zu benutzen? Ein Stilmittel ist es sicherlich nicht, es erweckt eher den Eindruck der Hilflosigkeit gegnüber dem unglaublichen Wortreichtum und der Präzision der deutschen Sprache.
        Abgesehen davon: ich hate nicht, ich like nicht und exploren tu ich ebensowenig wie shoppen. Und wenn Du schon Bezug auf Latein nimmst, warum dann nicht schreiben, daß Du es sinnlos findest die Wildnis zu exploraren? So, kommt es nur rüber, wie ein tumbes Denglisch. Als Schluß hätte ich dann (alleine um meine Intellektualität zu unterstreichen) geschrieben: suum cuique.
        Aber, wir sind uns wohl einig: beati pauperes in spiritu.

        1. Ravana

          Hallo Hater, ich weiß nicht, ob ich lachen oder dich wegen deiner wohl bedauernswerten Lebenserfahrungen und der mangelhaften Kinderstube (aufgrund deiner Pöbelei wegen eines (!) Wortes (!) schließe ich darauf) bemitleiden soll. Lachen, weil du offenbar meinst, dass sich der Schreibstil der von dir gelesenen (nicht verfassten!) Texte nach deinem Gusto zu richten hat. Du wirfst mir erst „blöden“ Sprachgebrauch vor, und nachdem ich dir den Hintergrund erklärt habe, findest du mich überheblich? Mh. Mir ist auch ziemlich egal, ob du likest, shoppst oder sonst was machst. Nochmal: Leben und leben lassen. Außerdem: Was sein Stilmittel ist, entscheidet der Autor. Ist so. Niemand zwingt dich, hier zu sein. Und auf Nörgler wie dich kann ich verzichten (an alle anderen: ich freue mich über euren Besuch, und auch über konstruktive Kritik!). Da du offenbar der lateinischen Sprache unkundig bist (nicht schlimm, man braucht es eigentlich kaum): Explorare, konjugiert: exploro, exploras, explorat, exploramus, exploratis, explorant. Du siehst, der Wortstamm ist „explor“. Eingedeutscht (ja, das darf ich – meine Seite, meine Regeln!) als Verb: exploren. Wenn ich beim Schreiben römische exploratores – „Kundschafter“ in der unglaublich wortreichen und präzisen deutschen Sprache – vor Augen habe, darf ich sie exploren lassen. Und nun lass deinen Frust woanders aus. Weitere Kommentare hierzu gibt es nicht, diese völlig unnötige „Diskussion“ nimmt schon zuviel Raum ein. Solltest du weiter bzgl. der Anwendung der deutschen Sprache auf meiner Webseite Redebedarf haben, schreibe mir bitte eine Mail.

    1. Ravana

      Hi Marc, Follow hat eine andere Intention, es scheint mehr eine social App zu sein. Geo Tracker ist zum Aufzeichnen, Exportieren und Importieren von Tracks (GPX) gedacht. Beide Apps mögen sich bei manchen Funktionen überschneiden, aber trotzdem sind sie nicht direkt vergleichbar.

  1. Peter Fritz

    Ich finde die Erklärungen von Ravana äußerst hilfreich und gut. Fach- und Sachgebiete haben nun einmal standardisierte, allgemeine Fachbegriffe. Hier wird ja nicht Germanistik oder Deutsche Sprache erklärt sondern schlichtweg eine technische Möglichkeit erklärt. Diese Erklärung finde ich gut ausgearbeitet. Danke dafür.

  2. Hans Baerens

    Hallo, ich habe mir die app Geo Tracker heruntergeladen und bin erst mal kurze Strecken gelaufen. Dabei habe ich den Bildschirm ausgeschaltet.
    Aber beide Male hat die App nicht durchgehalten, sie hat einfach die Aufzeichnung abgebrochen (ca. 500 m und beim ersten Trip ca.1 km) und hat dann eine gerade graue Linie von dem Abschaltpunkt zu meinem Wohnort eingezeichnet.
    Du scheinst ja begeistert zu sein und ich würde die App auch gerne nutzen, aber nicht so.

    1. Ravana

      Hallo Hans,
      schade, dass das bei dir nicht geklappt hat! Es muss allerdings an deinem Smartphone bzw. dessen Einstellungen liegen, denn die App unterstützt standardmäßig das Tracking auch bei ausgeschaltetem Display. Vielleicht hast du irgendeine Stromspar-Einstellung an oder das Handy wird bei ausgeschaltetem Display in Standby geschickt. Das müsstest du mal prüfen.

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