Eindrücke aus dem zauberhaften Marokko

Rundreise durch Marokko

Wir sind zurück von unserer zweiwöchigen Tour durch die Südhälfte Marokkos. Der Abschied fiel uns schrecklich schwer, ich (Debbie) bin wirklich durch alle Phasen der Trauer gegangen in den letzten Tagen der Reise 😀 Und weil Marokko und unsere Erlebnisse in diesem schönen, teilweise aber auch eigenwilligen Land so faszinierend waren, halten wir sie in einer Reihe von Beiträgen fest.

Dieser Beitrag dient als Einführung für unsere Beiträge und enthält schon mal Eindrücke aus diesem unglaublichen Land und weiter unten auch formale Infos zur Reise.

Unsere Erfahrungsberichte und Erlebnisse findest du unter den grünen und roten Pins verlinkt auf dieser Karte (noch im Aufbau).

Fangen wir zunächst mal mit ein paar Leckerli an – Highlights aus Marokko! Weiter unten findest du dann Links zu weiteren informativen Beiträgen.

Highlights aus dem zauberhaften Marokko

Das wortwörtlich atemberaubende Getümmel in der Altstadt von Marrakesch mit ihren Märkten, dem Lärm, den unzähligen Menschen insbesondere nach Sonnenuntergang, und auch der Gestank der Stadt auf der einen Seite … – auf der anderen Seite die leisen Oasen der Entspannung in den Riads der Altstadt, in denen man sich bei leisem Wasserplätschern, einem Hauch von Jasminduft und dem Zwitschern von Vögeln weit weg von eben jener Altstadt wähnt.

Pierre in den Souks von Marrakesch

Die vielen Menschen, die uns aufs Dreisteste bedrängten – denn als Europäer haben wir ja viel zu viel Geld -, aber auch die vielen, die einfach so freundlich und zurückhaltend waren. Das Feilschen um den Preis, das wir mit einigem Lehrgeld erst lernen mussten – Marrakesch wirft den unbedarften Touristen wirklich ins eiskalte Wasser 😀

Die kleinen Ortschaften, auf deren Straße die Menschen nur so umherwimmeln – ein großer Teil des Lebens scheint sich auf den Straßen abzuspielen. Ob Esel mit Reitern, Eselskarren, ältere Männer, die vor ihren Läden sitzen, jüngere Handwerker, die vor ihren Werkstätten arbeiten, Frauen, die irgendwas irgendwohin tragen (erstaunlich oft ein riesiges Paket Schilf oder Palmwedel), Kinder auf dem Weg von oder zur Schule – in Marokko gehören auch die Hauptdurchgangsstraßen abgelegener mittelgroßer Orte zum Lebensbereich dazu und sind keinesfalls nur für Autos reserviert, wie bei uns.

Markttag in Tamegroute

Die endlos langen Straßen durch karge Geröllwüsten mit Blick auf das nicht weit entfernte Atlasgebirge, über das dramatisch Wolkenschatten ziehen – es war unmöglich, sich daran satt zu sehen. Überhaupt die Fahrten durch Landschaften, die meistens menschenleer und steinig sind, aber trotzdem ständig Abwechslung im Farbenreichtum bieten.

Wolken ziehen über den Hohen Atlas
Wolken ziehen über den Hohen Atlas

Die unzähligen Furten, die wir unterwegs queren – meistens sind die Flussbetten sowieso trocken, aber in der Regenzeit muss man eben durch Pfützen oder Bäche (oder Ströme) fahren. Oder die Straße ist komplett weggeschwemmt oder mit Geröll und Sand bedeckt, so dass man sich drumherum einen Weg suchen muss oder einfach oben drüber hoppelt. Hierzu findet ihr mehr in unserem Beitrag mit Tipps zum Reisen in Markokko.

Fahrt durch eine überflutete Furt
Hier werden wir von Teenagern mit ausgeschaltetem Motor durch eine überflutete Furt geschoben

Die Farben der Dörfer, die sich immer an die Farbe der Umgebung anpassen und sich daher von beige über grau und braun zu leuchtendem Orange und tiefem Rot präsentieren. Im weitgehend felsigen Atlasgebirge kann die Farbe des Untergrunds von einem Meter auf den anderen komplett anders aussehen, so dass auch die Häuser zweier Nachbardörfer völlig unterschiedliche Farben haben.

Der Kontrast von oftmals tiefroten Felshängen und grünen Oasen im Tal. Ob die Farben der marokkanischen Flagge – grüner Stern auf rotem Grund – auf diesen Kontrast zurückgehen?

Die gewundenen Sträßchen durch das überraschend bunte Atlasgebirge, die am Tizi-n-Test, einem Pass auf über 2000 Meter Höhe, ohne Sicherung am Straßenrand einspurig in schwindelerregende Höhen führen.

Die Gebetsrufe der Muezzins von den Minaretten der Moscheen – in Marrakesch vielstimmig von allen Seiten, in kleineren Dörfern mit dem von Berghängen zurückgeworfenen Schall – das sorgte bei mir immer wieder für Gänsehaut.

Das leckere Essen, das sich zwar oft wiederholte (Tajine :D), aber trotzdem immer ein Highlight blieb. Auch das Frühstück ähnelte sich meist grundsätzlich, überraschte aber durch Variationen oder leicht andere Geschmacksrichtungen <3

Frühstück im Hotel Dar Mouna
Frühstück auf der Terrasse des Hotels Dar Mouna

Und natürlich die Sandwüsten. Unsere insgesamt vier Nächte – je zwei in bei Merzouga und Zagora – gehörten zu den absoluten Highlights der Tour. Diese Berge aus feinem Sand, die sich so malerisch und zugleich spielerisch – und natürlich potentiell lebensfeindlich immer höher aufbauen… Das wollte ich schon immer mal sehen, spätestens seit ich als Teenager Karl Mays Orient-Bücher gelesen hatte!

Dazu gehören auch die Kamelführer in ihren traditionellen Kaftanen und Berber-Turbanen, die einerseits ihr obligatorisches Touristenprogramm durchziehen müssen, andererseits aber immer nette Menschen sind, denen die Wüste wirklich im Blut liegt.

Pierre und ich in der Wüste bei M'hamid (südlich von Zagora)
Pierre und ich in der Wüste bei M’hamid (südlich von Zagora)

Ja, Marokko ist faszinierend. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und wäre am Liebsten noch wochenlang einfach weitergezogen. Egal, ob mit dem Auto oder mit dem Kamel 😀

Interessierst du dich selbst für einen Urlaub in Marokko? In den nachfolgenden Beiträgen gibt es weitere konkrete Informationen zum Unterwegs-sein in Marokko:

Tipps zum Reisen in Marokko – über Mietwägen, Trinkgelder und hilfreiche Sprachen

Tipps für eure Marokko-Reise

Merzouga oder Zagora? Die beiden gut erreichbaren Sandwüsten Marokkos unter der Lupe

Merzouga oder Zagora

Diese Ausrüstung für die Wüste solltest du dir anschauen!

Die richtige Kleidung für die Wüste

Marokko erleben – auf einer Rundtour mit Mietwagen

Für uns stand schnell fest, dass es nicht in Frage kommt, den Urlaub nur an einem Ort zu verbringen. Wir wollten so viel wie möglich vom Land sehen. Andererseits trauten wir uns in einem so fremdartigen Land nicht recht zu, eine Rundreise selbst zu organisieren. 

Organisierte Individualreise

Schnell stießen wir dann auf das Angebot von Erlebe Marokko. Das ist ein Reiseveranstalter, der auch Individualreisen anbietet, d.h. ohne Gruppe. Wir teilten ihnen mit, wann und wie lange die Reise gehen soll und was wir uns vorstellen: Rundreise, Landesinnere, gern Geschichte und Kultur, viel Wüste, wenig Strand.

Wir erhielten von Erlebe Marokko dann einen Reisevorschlag mit verschiedenen Stationen, inklusive Mietwagen. Den Vorschlag konnten wir noch justieren (wir hauten noch einen Wüstenaufenthalt rein und dafür zwei Tage ausspannen am Strand raus), dann waren wir zufrieden und buchten die Reise. Die Organisierung der Unterkünfte, Ausflüge usw. übernahm dann Erlebe Marokko.

Für uns war das ideal. Wir hatten keine Ahnung von Marokko und waren froh, dass jemand, der Ahnung hatte, uns alles zusammenstellte. Es ist die perfekte Symbiose aus einer Gruppenreise, in der alles organisiert wird, aber in der man ständig mit anderen Reisenden zusammenhängt und wenig eigene Gestaltungsmöglichkeiten hat, und eine auf sich allein gestellten Reise, bei der man alle Freiheiten hat.

Damit vor Ort nichts schief geht, haben wir ein großes Infopaket erhalten, das alle Adressen sowie grobe Routenvorschläge enthielt und dazu auch noch allgemeine Informationen über Land und Leute mitbrachte, so dass wir nicht ganz ahnungslos waren. Diese Mappe hatten wir mit dabei und sie hat uns die Tagesplanung sehr erleichtert.

Fazit zum Reiseveranstalter

Mit den Reisestationen waren mit bis auf eine Ausnahme sehr zufrieden. Bei dieser Ausnahme erwarteten wir eine “spannende Wandertour durch die Berge” mit einem Guide, inklusive Tee bei einer Berberfamilie. Dass der Guide ziemlich gelangweilt war und keine Lust hatte von sich aus irgendwas zu erzählen, dafür kann der Reiseveranstalter nichts. Die Wanderung war nicht spannend, und der Tee bei der Familie des Guides sehr unangenehm. 

Guide und Familie unterhielten sich lautstark auf Berber und wir saßen daneben, verstanden nichts und wurden auch nicht beachtet. Als uns die Mutter wiederholt auf Berber ansprach, hatte der Guide auch keine Lust zu übersetzen, also blieb eine Kluft bestehen. Dieser Baustein hätte nicht sein müssen, war aber auch die einzige nicht so gute Erfahrung.

Unsere Erfahrungen mit dem Anbieter Erlebe Marokko waren durchweg sehr positiv. Am letzten Tag machten wir sogar auch noch Gebrauch von der angegebenen Notfallnummer, weil es mit der Rückgabe des Mietwagens nicht auf Anhieb geklappt hat. So hatten wir immer die Sicherheit: Wenn es irgendwo hakt, dann können wir schnell an Hilfe kommen. Das würde auf einer selbst organisierten Reise auch fehlen. 

Wenn man dann Land und Leute erstmal besser kennt, kann man dann seine Reise auch selbst organisieren. Für das erste Mal in einem islamischen Land, wo die Uhren völlig anders ticken, war es so aber goldrichtig und hat uns viel Stress erspart 😀

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